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Pflegetisch Hameln-Pyrmont

Erster Pflegetisch

Am 22.02.2018 fand im Kreishaus die 1. Sitzung des Pflegetisches Hameln-Pyrmont statt. Die Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont und der Senioren- und Pflegestützpunkt Hameln-Pyrmont haben gemeinsam zu dieser Veranstaltung eingeladen. Vertreten waren vollstationäre, ambulante und teilstationäre Einrichtungen sowie Personen aus der Verwaltung, Politik und Ausbildung für Pflegeberufe.

Mehr als 60 Teilnehmer diskutierten über die momentane Versorgungssituation im Pflegebereich, über vorhandene Vernetzungen und machten sich Gedanken darüber, wie dem Pflegenotstand hier vor Ort begegnet werden kann. Vier Arbeitsgruppen entstanden, die sich in den nächsten Monaten mit Themen wie Fachkräftemangel, Begeisterung für Berufe in der Pflege, Quartiersentwicklung und Vernetzung befassen werden. Die Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont übernimmt künftig die Betreuung der Arbeitsgruppen, der Senioren- und Pflegestützpunkt die Organisation des Pflegetisches.

Zweiter Pflegetisch

Der zweite Pflegetisch fand am 22. August 2018 statt. Es wurden dort die Ergebnisse der drei gegründeten und von der Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont betreuten Arbeitsgruppen vorgestellt. Der Pflegetisch im Landkreis Hameln-Pyrmont soll als örtliche Pflegekonferenz nach §4 NPflegeG etabliert werden. Im §4 Abs. 1 steht: „Im Zuständigkeitsbereich eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt können eine Pflegekonferenz (örtliche Pflegekonferenz) oder mehrere solcher Konferenzen gebildet werden, um dort Fragen

  • der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung,
  • der notwendigen pflegerischen Versorgungsstruktur,
  • der Koordinierung von Leistungsangeboten zu beraten."

 Drei Themen wurden auf der zweiten Sitzung behandelt, deren Ergebnisse in die Arbeit der Arbeitsgruppen einfließen werden:

  • Unsere VISION – Hameln-Pyrmont 2050
  • Unsere ZIELE für die nächsten 5 Jahre
  • THEMEN, die uns interessieren

Dritter Pflegetisch

Auf dem dritten Pflegetisch am 27. Februar 2019 wurde das neue Leitbild präsentiert und diskutiert. Zudem wurden der aktuelle Arbeitsstand der Arbeitsgruppen vorgestellt. Das Hauptinteresse galt jedoch einem Vortrag der Bertelsmann Stiftung zum Thema „Pflegenotstand im Landkreis Hameln-Pyrmont??? Was können wir tun?“. Herr Wähnke zeigte Negativszenarien für den Landkreis auf und regte zum Nachdenken an. Es bedarf neuer Ideen, um den möglichen Szenarien begegnen zu können. Die Teilnehmer teilten einige Befürchtungen, der aufgezeigten Szenarien, hielten aber auch argumentativ gegen viele Negativszenarien. So arbeiten die Arbeitsgruppen bereits an vielen Themen, wie der Nachbarschaftshilfe, Attraktivitätssteigerung pflegerischer Berufe und der Stärkung der Anliegen von Pflegekräften. Zudem wurden der ansteigende Zuzug junger Familien und die sehr gute Vernetzung im Landkreis genannt. Alle waren sich zum Ende der Veranstaltung einig: Uns stehen noch Herausforderungen bevor, die wir bewältigen müssen, aber wir sind mit den gemeinsamen Aktivitäten auf dem richtigen Weg.

Vierter Pflegetisch

Bei der vierten Pflegekonferenz des Landkreises Hameln-Pyrmont war am Mittwoch, dem  22. Januar Uwe Schwarz zu Gast, Mitglied des Niedersächsischen Landtages und sozial- und gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Als Redner und Diskussionspartner hat er die „Aktuelle Situation in der Pflege“ beleuchtet: Derzeit fehlen bereits in Niedersachsen 3.000 Pflegekräfte. Für das Jahr 2030 spricht Schwarz über eine Versorgungslücke von 300.000 bis 500.000 Vollzeit-Pflegekräften deutschlandweit. Was kann Politik tun? Manche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt: u.a. das Pflegestärkungsgesetz mit Einführung der Pflegegrade, der generalistischen Pflegeausbildung, Schulgeldfreiheit, Mindestlohn in der Pflege und das Bemühen um tarifliche Bezahlung. Welche politischen Grundsatzlösungen gibt es? Schwarz sieht drei Möglichkeiten: Aus der Teilkasko-Pflegeversicherung eine Vollkasko-Versicherung machen, die Pflege als gesamtstaatliche Aufgabe aus Steuergeldern finanzieren oder die Pflegekasse in die Krankenkasse integrieren. Die Pflege sei das Kernelement der staatlichen Daseinsfürsorge und müsse handeln!

In der anschließenden Diskussion ging es u.a. um Themen wie die Finanzierung der „24-Stunden-Pflege“ aus dem osteuropäischen Raum, um Aufgaben der kommunalen Politik, um Pflegenoten, das Pflegeberufegesetz und Maßnahmen, um Schüler für die Pflege zu gewinnen. Deutlich wurde, dass die Politik sich schnellstens um die Finanzierung der Pflege kümmern muss. Was können wir als Pflegetisch tun? Pflege müsse sich organisieren, ein Selbstbewusstsein aufbauen, sich vernetzen, aufstehen! Vielleicht wäre hier die jugendliche Leidenschaft einer Greta Thunberg notwendig: „Mittwochs für Pflege!“ fiel als Stichwort.