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Betriebliche Gesundheitsförderung

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist für Arbeitgeber*innen sowie für Beschäftigte eine freiwillige Leistung, welche den gesetzlich verpflichtenden Arbeitsschutz und das für Arbeitgeber*innen verpflichtende und Arbeitnehmer*innen freiwillige Betriebliche Eingliederungsmanagement ergänzt.

1Arbeitsschutz     BGM BEM     BGM BGF

BGM BGM

Gesunde, zufriedene und motivierte Mitarbeiter*innen sind für den Arbeitgeber eine wertvolle und unverzichtbare Ressource, da diese den Erfolg eines Betriebes/einer Institution maßgeblich mitbestimmen. Mithilfe von BGF kann der Arbeitgeber die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Beschäftigten aufrechterhalten und fördern, Erkrankungsrisiken senken sowie die Arbeitsfähigkeit langfristig sichern. Neben dem Erhalt und der Förderung der Beschäftigtengesundheit leistet BGF zudem auch einen Beitrag zur Bewältigung der mit dem demografischen, organisatorischen und technologischen Wandel in der Arbeitswelt einhergehenden Herausforderungen.

Unterstützung bei der Implementierung von Maßnahmen der BGF im Betrieb bieten die Krankenkassen. Deren Beteiligung ist in §20 Abs. 4 Nr. 3 und §20b im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) festgehalten.

Handlungsfelder und Leistungen der Krankenkassen in der betrieblichen Gesundheitsförderung

Handlungsfelder BGF

Die Leistungen, die die Krankenkassen im Rahmen der BGF anbieten, sind vielfältig:

  • u.a. Arbeitsunfähigkeits-, Arbeitssituations- und Alterstrukturanalysen, Mitarbeiterbefragungen zur Bedarfsermittlung, Durchführung von Workshops etc.

  • Beratung zur Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen (Arbeitsumgebung,-aufgaben,-organisation, soziale Beziehungen am Arbeitsplatz)

  • Beratung zur Ziel- und Konzeptentwicklung

  • Beratung zu verschiedenen Themen der Beschäftigtengesundheit (inkl. Unterstützungsleistungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf)

  • Unterstützung beim Aufbau eines Projektmanagements

  • Moderation von Arbeitsgruppen, Gesundheitszirkeln o.ä.

  • Qualifizierung/ Fortbildung von Multiplikator*innen in Prävention und Gesundheitsförderung

  • Umsetzung verhaltenspräventiver Maßnahmen (z.B. Ernährungskurse, Kurse zur Entspannung oder Tabakentwöhnung, usw.)

  • Innerbetriebliche Öffentlichkeitsarbeit

  • Dokumentation, Evaluation und Qualitätssicherung

Der betriebliche Gesundheitsförderungsprozess

Um den Handlungsbedarf zu ermitteln, wird die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten sowie deren Arbeitsbedingungen unter die Lupe genommen. Die systematische Analyse der gesundheitlichen Situation des Betriebes insgesamt, der Beschäftigten als auch der (betrieblichen) Belastungen und Ressourcen ist für die Entwicklung von gesundheitsförderlichen Maßnahmen notwendig. Als geeignete Analyseinstrumente zur Erhebung lassen sich u.a. Altersstrukturanalysen, Fehlzeiten- oder Fluktuationsdaten, standardisierte Mitarbeiterbefragungen oder Gefährdungsbeurteilungen nutzen.

Anhand der gesammelten Ergebnisse werden die Zielgruppen ermittelt, Handlungsbedarfe abgeleitet und verhaltens- und verhältnisbezogene Interventionen für den Betrieb geplant. Im Rahmen der Umsetzung erfolgen dann bspw. Coachings, Workshops zu Stress- und Konfliktmanagement oder Gesundheitszirkel mit den Beschäftigten sowie die gesundheitsgerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes z.B. mithilfe ergonomischer Arbeitsmittel. Insbesondere die Kombination verhaltens- und verhältnisbezogener Maßnahmen hat einen positiveren und nachhaltigeren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten als vergleichsweise Einzelmaßnahmen.

Als letzter Schritt im betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess steht die Evaluation. Die Ergebnisse aus der BGF werden anhand prozess-, ergebnisorientierter Indikatoren als auch durch objektive und subjektive Einschätzungen (z.B. erneute Arbeitssituationsanalyse oder Mitarbeiterbefragung, Fehlzeitendaten, usw.) bewertet. Die erneute Analyse der gesundheitlichen Situation im Betrieb gibt Aufschluss über (neue) Handlungsfelder die im künftigen betrieblichen Gesundheitsförderungsprozess angegangen werden können.

Um die Akzeptanz und Nachhaltigkeit betrieblicher Gesundheitsförderungsmaßnahmen im Betrieb aufrechtzuerhalten bzw. zu steigern, sind die kontinuierliche Sensibilisierung und Partizipation als auch das Empowerment der Beschäftigten entscheidend.

Vorteile der Implementierung von BGF im Betrieb aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht

Vorteile BGF

 

Quellenangaben:

Brodersen, S.,Lück, P., Hasselmann, O. (2019). iga. Praxis- 2-Nachhaltig gesund: Erfolgsfaktoren für BGM. Berlin: Initiative für Gesundheit und Arbeit (iga).

Bundesministerium für Gesundheit (2011). Unternehmen unternehmen Gesundheit. Betriebliche Gesundheitsförderung in kleinen und mittleren Betrieben. Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Praevention/Broschueren/Broschuere_Unternehmen_unternehmen_Gesundheit_-_Betriebliche_Gesundheitsfoerderung_in_kleinen_und_mittleren_Unternehmen.pdf (Stand: 05.02.2019)

GKV-Spitzenverband (2018). Leitfaden Prävention-Handlungsfelder und Kriterien nach § 20 Abs. 2 SGB V. Berlin: GKV-Spitzenverband.